Unglaublich. Seit einem Jahr gibt es diesen Blog jetzt schon. Und ich war mir so sicher: Das wird der Bereich meiner Selbständigkeit, der mir am wenigsten Mühe bereiten wird. Dort werde ich von Anfang an mein volles Potenzial und all meine Kompetenzen und Stärken ausspielen können. Von hier aus werde ich schön mittig meine Komfortzone anschauen und mich pudelwohl fühlen. Und dann passierte nichts. Oder fast nichts. Zumindest nach vorne raus, zum Angucken bzw. in meinem Fall zum Lesen. Und jetzt bin ich seit einem Jahr selbständig und halte es nicht mehr länger aus. Diese gähnende Contentwüste auf meiner Website. Diese Sprachlosigkeit. Die mit diesem Artikel endlich ihr Ende findet.

Unerledigtes zu Ende bringen

Ich lese gerade ein Buch. Es ist Teil eines Projektes, dessen Umsetzung ich mir für dieses Jahr von mir selbst gewünscht habe. Wie es dazu kam, gerne an andere Stelle mehr (ich brauche ja auch noch Stoff für weitere Artikel, damit dieser nicht ganz allein hier ausharren muss). Fakt ist: Ich lese jeden Monat im Jahr 2020 mindestens ein Sachbuch und reflektiere darüber (was tatsächlich den größten Teil dieses Wunsches und auch der Zeit ausmacht). Im Januar also Nummer 1: The Power of Focus“ von Jack Canfield.

Das Buch verspricht mir insgesamt neun Strategien an die Hand zu geben, mit denen ich mein Leben erfolgreicher gestalten kann und mit denen ich in der Lage bin, meine ganze Kraft und Energie auf meinen persönlichen Fokus in allen Lebensbereichen zu richten. Und da steht im Kapitel zu Fokussierungsstrategie Nummer 6 der Tipp: Unerledigtes zu Ende bringen. Und sofort fiel mir beim Lesen des Kapitels wieder mein verwaister Blog ein und ich beschloss diesem Problem endlich ein Ende zu bereiten.

Jack Canfield empfiehlt in seinem Buch unter anderem folgendes Vorgehen, um den Energieräubern der ungelösten Probleme zu Leibe zu rücken:

  • Erstelle eine Liste Deiner ungelösten Probleme, die Du angehen möchtest. Es sollten mindestens drei sein.
  • Frage Dich, welche Vorteile es Dir bringt, diese unerledigten Probleme zu beseitigen. Beschreibe, wie Du Dich anschließend fühlen wirst.
  • Bringe Deine Lösungsmöglichkeiten zu Papier. Frage Dich, wie Dein Aktionsplan aussieht und definiere ihn genau.
  • Entscheide, bis zu welchem Termin Du das jeweilige Problem aus der Welt geschafft haben möchtest. Und dann mach Dich an die Arbeit!

Spannend ist auch, dass es eigentlich immer irgendeine Angst ist, die uns bei der Bekämpfung unserer unerledigten Probleme behindert. Dabei existiert die Angst oft nur in unserem Kopf. Unsere Phantasie ist ungeheuer mächtig und wir beschwören in Gedanken HIrngespinste herauf, die im Vergleich zur Realität einfach lächerlich sind. Wahrscheinlich fallen Dir jetzt spontan eine Reiher solcher Situationen ein, in denen sich ein gefährlicher Tiger am Ende als zahnlose kleine Mitzekatze herausgestellt hat. Also sieh Deiner Angst ins Auge und benenne sie. Und dann entscheide Dich für eine oder mehrere Strategien, um Deine Angst zu überwinden.

Das Leben eben

So sitze ich nun nach einem Jahr abends, nachdem ich unsere Tochter ins Bett gebracht habe, an meinem Laptop und stelle mich meinem ungelösten Problem endlich mit dem Bloggen zu beginnen. Und mit jedem Buchstaben, den ich in die Tastatur tippe, verschwindet ein kleines Stückchen meiner Angst. Meiner Angst vielleicht nichts zu sagen zu haben. Nicht zu wissen, was ich schreiben soll. Ich nehme mir vor, jetzt regelmäßig öffentlich zu schreiben. Diesen Blog hier mit den verschiedensten Artikeln zu befüllen. Das ist meine Strategie, die ich mir zur Bekämpfung meines verwaisten Blogs zurecht gelegt habe. Und irgendwie auch für ein weiteres ungelöstes Problem: Mich sichtbar zu machen und mit dem raus zu gehen, was ich sagen will. Meine Strategie darüber zu schreiben, was hinter den Kulissen passiert und zu zeigen, wie ich mit dem, was sich mir an Herausforderungen zeigt, umgehe. Woher ich Impulse und Inspirationen für mich und meine Arbeit bekomme. Was mich bewegt. Was ich feiere, was mich erstaunt, verwundert und mich manchmal auch verzweifeln lässt. Was gut läuft und was Potenzial nach oben hat. Oder wie sagt es die Bloggerin Johanna Pinkepank immer so schön: Das Leben eben.